Blickfang Kinesio-Tape

Als sich David Beckham nach seinem letzten Spiel für Real Madrid des Trikots entledigte, bestaunten die Zuschauer nicht nur das schulterbreite Tattoo auf seinem Rücken, sondern auch ein paar pinkfarbene Pflasterstreifen.
Alle Welt wollte wissen, was da klebt und warum. Früher wurde diese Art des Tapings nur im Leistungssport verwendet, heute finden wir die Verbreitung auch im weiten Bereichen der Physiotherapie.

Anfang der siebziger Jahre wurde das Kinesio-Taping von dem Kinesiologen und Chiropraktiker Kenzo Kase in Japan entwickelt. Sein Ziel war es einerseits, die Heilungskräfte des Körpers zu aktivieren, andererseits wollte Kenzo Kase den Patienten „seine Hände mit nach Hause geben”.

Das Material:

Kinesiologie-Tape besteht aus Baumwolle und entspricht in seiner Elastizität der menschlichen Haut. Die Acrylbeschichtung wird durch die Körperwärme aktiviert. Das spezielle Pflaster ist hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich. Das Tape hält dadurch zwischen 3 Tagen und 3 Wochen auf der Haut und übersteht sogar das Duschen, Baden, Schwimmen und Sauna.

Die Anlagetechnik:

  • Muskelanlage: hierbei wird der Muskel in seiner Funktion unterstützt oder entlastet.
  • Bandanlage: Entlastung von Bändern und Stabilisation der Gelenke
  • Korrekturanlage: Bahnung von Bewegungen z.B Kniescheibenführung
  • Lymphanlage: zur Entstauung und Verbesserung des Lymphabflusses.

Durch die gewählte Zugrichtung werden Strukturen entweder gestärkt oder entspannt und Schmerzen reduziert. Falsche Anlagetechniken können zu negativen Reaktionen führen. Deshalb sollte der Verband von einem geschulten Fachmann angelegt werden.

Die Wirkung:

Körpereigenen Heilungsprozesse werden aktiviert.
Dazu wird das größte Organ des Menschen genutzt: die Haut.
Wie eine zweite Haut dehnt sich das Tape bei Bewegungen und zieht sich wieder zusammen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dabei wirkt es schmerzlindernd und stoffwechselanregend. Durch das elastische Tape wird die Haut bei jeder Bewegung ganz sanft geliftet und massiert, so werden Lymph- und Blutfluss angeregt. In der Haut werden eine Vielzahl von Rezeptoren und Sensoren stimmuliert und beeinflußt.
Entscheidend ist, dass das Taping in ein medizinisches Gesamtkonzept eingebunden ist.

Anwendungsbereiche:

  • Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen
  • Sportverletzungen wie Prellung, Verstauchung, Zerrung
  • Kopfschmerz, Schulter- Nackenverspannungen, HWS-Syndrom, Migräne
  • Bandscheibenprobleme
  • muskulärer Hartspann, Verspannungen
  • Ischialgien, Hexenschuß, LWS-Syndrom, ISG-Probleme
  • Lymphödeme
  • Epicondylitis (Tennis- o Golfer-Ellbogen)
  • Carpal-Tunnel-Syndrom
  • Lähmungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Narbenentstörung
  • u.v.m.